Auch diese kurze Review habe ich eine ganze Weile vor mir hergeschoben, eigentlich ohne einen bestimmten Grund.
Meine Geschichte mit der neuen Porcupine Tree-Platte The Incident ist eher abenteuerlich. Eigentlich bin ich ein riesiger Fan und habe sie mir daher ziemlich fix nach dem Release besorgt, so wirklich oft gehört habe ich sie aber nie. Erst nachdem wir auf dem Konzert waren, hörte ich wieder rein -- und dann lief sie rauf und runter. Toll gemacht, Porcupine Tree!
Nein, mal im Ernst. Die Männer um Steve Wilson beeindrucken mich immer wieder -- in immerhin 22 Jahren Bandgeschichte haben sie nichts von ihrer Originalität und Qualität eingebüßt. Auch das neue Album strotzt nur so vor Detailverliebtheit, Gitarren zum Verlieben und Vielschichtigkeit, dass man im ganzen Zwiebel-Look vor Tränen ertrinken könnte. Genau genommen besteht es nichtmal aus einzelnen Tracks, sondern aus einem 55-minütigen kontinuierlichen Epos (okay, zugegeben, es ist dann doch aufgeteilt in einzelne Spuren). Die Special Edition kommt dazu mit einer zweiten CD, die vier weitere neue Songs präsentiert. Ziemlich viel für wenig Geld, wenn ihr mich fragt.
Und auch wenn das den Sinn einer Review total zerstört: Ich will dazu eigentlich nicht viel sagen. Ich will, dass ihr das Album kauft, liebt und nie wieder loslasst.
Und nur by the way: Ich sollte aufhören, nur über Interpreten zu schreiben, die ich mag. Sonst verliert man sich so im Lobpreisen.
Porcupine Tree: The Incident Progressive-Rock (2009)
CD1:
“The Incident”
CD2:
01 Flicker
02 Bonnie The Cat
03 Black Dahlia
04 Remember Me Lover
Da ist sie nun, die versprochene Rezension zu Empire Of The Suns Debutalbum Walking On A Dream. Und obwohl ich zugeben muss, dass das Albencover ein wenig irreführend ist, ist die darauf enthaltene Musik doch verdammt gut.
Empire Of The Sun kommen aus Australien und setzen sich zusammen aus Luke Steele und Nick Littlemore. Ihr (rein optischer) Stil erinnert sehr an … nun ja, avantgardistische Sigfried und Roy-Adaptionen? Wie auch immer, man muss sie sich ja nicht ansehen. Vielmehr machen die beiden alternative Electronic-Musik. Und wie immer schrecken erst einmal alle zurück, wenn ich Electronic sage, hier bedeutet es aber tatsächlich nur, dass sie viele Synthesizer-Elemente verwenden (so bezeichnet man ihr Genre oft auch als “Synthpop”, der Ausdruck gefällt mir aber schlicht nicht).
Die Zukunft des Pop – so futuristisch schon das Alben-Cover aussieht, so gestaltet sich auch dessen Inhalt. Wieder sehr sphärisch, sehr flächendeckend aber auch mit sehr treibenden Beats unterlegt präsentieren sich die zehn Titel. Und interessanterweise gibt es für mich nur einen Totalausfall auf dem Album.
Insgesamt jedoch ein sehr, sehr, sehr empfehlenswertes Werk, von dem man zumindest Teile gehört haben sollte (dazu siehe auch die Hörbeispiele).
Empire Of The Sun: Walking On A Dream Electronic, Synthpop, Alternative (2007)
01 Standing On The Shore
02 Walking On A Dream
03 Half Mast
04 We Are The People
05 Delta Bay
06 Country
07 The World
08 Swordfish Hotkiss Night
09 Tiger By My Side
10 Without You
Røyksopp. Es ist schon merkwürdig, wie sie sich abseits vom Mainstream in die Ohren des internationalen Publikums geschlichen haben, ohne wirklich öffentliches Aufsehen zu erregen. Weit entfernt von allgemeinem Gefallen und Gefilden sind sie längst eine Größe, ein fester Teil einer jeden sortierten Musiksammlung. Dabei -- so merkwürdig ist das eigentlich gar nicht.
Røyksopp sind zwei Norweger, die seit 1995 gemeinsam elektronische Musik produzieren. Der Oberbegriff Electro wird dem Ergebnis dieser Zusammenarbeit jedoch nicht gerecht, so komplex, vielschichtig, oft verträumt und doch konkret wie ihre experimentellen Werke klingen. Um einen kleinen Einblick in dieses (jetzt wohl sehr abstrakt klingende) Feld zu geben, rezensiere ich hier Melody a.M., das 2001 bei Virgin erschienen ist.
“Melody a.M.” ist kein Club-Sampler, es ist eine CD zum Zurücklehnen, Augenschließen und Entdecken. Der Zugang ist nicht einfach, aber nachdem ich ihn gefunden hatte, war ich schlicht gefesselt -- für mich nach dem Probehören ein Pflichtkauf, der so schnell meine Stereoanlage nicht mehr verlassen wird.